Jesus - warum musste er für uns sterben?

Gruppe Don Bosco

Was hätte Jesus eigentlich auch anders handeln können? Und warum war gerade sein Tod der entscheidende Schritt für uns? - Eine Katechese, die nachdenklich gemacht hat.

Zum Einstieg stellten wir unseren Firmlingen eine ganz offene Frage:

Was möchtest du heute Jesus fragen?

Ob Fragen zur Vergangenheit oder zur Gegenwart - alles war erlaubt. Es entstanden ehrliche, überraschende und teils sehr persönliche Fragen, die wir gemeinsam aufgegriffen und besprochen haben. Gleichzeitig war diese Übung eine Einladung zum persönlichen Gebet: Unsere Fragen dürfen wir Gott direkt hinhalten. Das Gebet ist genau der richtige Ort dafür - mit allem, was uns beschäftigt.

Mit den Worten aus Joh 15,12-13 ("Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.") näherten wir uns dann dem Hauptthema.

Warum musste Jesus für uns sterben?
Warum muss Schuld überhaupt beglichen werden?

Gemeinsam hielten wir fest: Schuld einfach stehen zu lassen, würde Ungerechtigkeit und letztlich Chaos bedeuten. Damit Gerechtigkeit entsteht, braucht es einen Ausgleich.

Zur Vertiefung hörten wir die Geschichte vom "Blitzableiter": Mara stellt sich schützend vor ihre Freundin, die in der Klasse bloßgestellt wird - und trägt selbst die Ablehnung, die eigentlich der anderen galt. Auch als sich später zeigt, dass diese Freundin früher selbst nicht unschuldig war, bleibt Maras Einsatz richtig. Nicht, weil jemand perfekt ist - sondern weil jeder Würde hat.

Auf die Frage, wer so handeln würde, meldeten sich mehrere Firmlinge. Einige sagten, sie würden ebenfalls aufstehen - manche berichteten sogar von Situationen, in denen sie sich schon für jemanden eingesetzt hatten. Auffällig war: Meist ging es dabei um einzelne Personen, die man kennt, die einem wichtig sind, die man liebt.

Genau hier spannten wir den Bogen zu Jesus: Er tut das nicht nur für einen Freund. Nicht nur für einen, der es "verdient". Sondern für alle Menschen. Für jeden Einzelnen. Weil er uns alle liebt.
Unvorstellbar! - aber nur für Menschen, nicht für Gott.

Anhand eines Comics aus einer vorherigen Stunde erinnerten wir uns: Durch die Sünde ist ein Graben zwischen Gott und Mensch entstanden. Mit seinem Kreuz baut Jesus die Brücke zurück zu Gott. Seine Hingabe stellt die Gerechtigkeit wieder her - radikaler kann Liebe nicht sein.

Mit Mt 27,41-42 blickten wir auf die Situation unter dem Kreuz. Ein Gedankenspiel folgte: Was wäre gewesen, wenn Jesus vom Kreuz herabgestiegen wäre? Er wäre vielleicht noch berühmter geworden. Doch irgendwann wäre auch er gestorben - und nichts wäre wirklich gelöst gewesen. Keine bleibende Versöhnung, keine überwundene Schuld.

Warum gilt das auch heute noch?
Weil Gott nicht an Zeit gebunden ist. Für ihn sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eins. Jesu Tod wirkt deshalb bis heute.

Zum Abschluss richteten wir den Blick auf die beginnende Fastenzeit - eine Einladung zu Fasten, Beten und Almosen als bewusste Vorbereitung auf Ostern. Eine Zeit, um die Brücke neu zu betreten.

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