Friedhofsbesuch

Andreas und Melanie

Unsere Friedhofs Aktion – ein Zeichen der Nächstenliebe

  1. Oktober, 17:00 Uhr, Friedhof St. Pius – 2 Tage vor Allerheiligen...
    ...es wurde schon langsam dunkel...
    ...und wir waren auf dem...Friedhof?!

Ausgerüstet mit Spaten, Rechen, Grubber, Handschuhen, Kerzen, Blumen und Grabschmuck waren wir auf dem Friedhof Liebigstr. und trafen uns zu einer etwas anderen Gruppenstunde als sonst.

Es war ein etwas kälterer Herbstnachmittag und die Dämmerung brach auch schon ein – doch dies hinderte uns nicht an unserer Aktion – mit kompletter und vollständiger Gruppe ging es zu einem vernachlässigten Grab. Genauer gesagt waren es zwei Gräber, denn wir haben uns spontan dazu entschlossen, noch ein zweites Grab wieder schönzumachen, obwohl nur eins vorgesehen war.

Nach einem Vater unser ging es schon an die Arbeit: Wir teilten uns in zwei Gruppen für die beiden Gräber auf und gruben um, zupften Unkraut, hoben Steinplatten aus der Erde und sammelten Laub.
Bei der Arbeit gab es auch sehr viele schöne Gespräche und es wurde immer dunkler
…und dunkler und dunkler.

Dann herrschte auf dem Friedhof eine besondere Stimmung: Kerzenschein, Dunkelheit und Ruhe, nur wir alleine als Gruppe auf dem Friedhof.
Während der Dunkelheit nutzten wir unsere Handys als Lichtquelle.

Nachdem wir mit dem Umgraben, Unkraut zupfen und Laub sammeln fertig waren, ging es darum das Grab neu zu gestalten. Also wurden die Platten bei den einem Grab neu gesetzt, Blumen eingepflanzt und die Kerzen angezündet!
Als dann das erste Grab fertig war, gingen wir zum anderem Grab, wo die Jungs-Gruppe schon fleißig umgegraben hatte.
Zusammen stellten wir auch dieses Grab fertig und nach 1½ Stunden konnte sich das Ergebnis sehen lassen: Zwei schöne Gräber mit allem was dazugehört: sie waren gepflegt, neu bepflanzt, die Grabsteine wurden gereinigt, das Unkraut gezupft. Es gab neue, frische Erde und es leuchteten wieder Kerzen!

Nun trafen wir uns zusammen, um unsere Arbeit zu besprechen, zu reflektieren und zu bewerten. Beide Gräber bekamen jeweils von der anderen Gruppe 10 von 10 Punkten.

1.Grab

2.Grab

Daraufhin sprachen wir über den Tod, was nach dem Tod ist, das Sterben und auch über das ewige Leben.
Eine sehr interessante Frage und auch eine, die zum Nachdenken anregte, lautete: »Hast du Angst vor dem Sterben oder vor dem Tod?«

Die meisten antworteten ganz klar mit Ja, andere sagten, dass sie eher Angst davor haben nach dem Tod in Vergessenheit zu geraten, oder davor, wie sie sterben werden.
Es gab auch eine Nein-Antwort: "Denn warum sollte man vor dem Tod Angst haben, wenn danach das ewige Leben und die Erlösung kommt?!" – war die Begründung – und das stimmt auch: Christus hat den Tod besiegt und so uns das ewige Leben geschenkt!

»Und diese Welt mit ihren Begierden wird verschwinden. Doch wer tut, was Gott will, bleibt und lebt in Ewigkeit.«
1 Johannes 2,17

Also geh mit Mut durchs Leben, denn am Ende wartet die Erlösung und wer glaubt, ist nie allein und Gott vergisst dich nicht. – GARANTIERT!

Ebenfalls wurden wir gefragt, ob wir etwas dafür haben möchten, dafür, dass wir das Grab einer fremden Person wieder schön gemacht haben. Alle antworteten mit Nein, denn die gemeinsame Zeit, die Erfahrungen und auch das vollbrachte Werk der Nächstenliebe waren Belohnung genug. Zum Schluss hielten wir ein paar Minuten Stille, um an unsere Verstorbenen zu denken – auch für die, bei denen wir das Grab gemacht hatten – und dann beteten wir noch abschließend gemeinsam.

Dann ging es wieder nach Hause mit neuen Erfahrungen und vielleicht auch etwas durchgefroren und müde.

Feststellungen an diesem Abend:

  1. Jesus, unser Held, hat für uns den Tod besiegt und deshalb brauchen wir ihn nicht zu fürchten.
  2. Nächstenliebe kann sich richtig gut anfühlen.
  3. Man muss nicht für alles eine Gegenleistung bekommen oder verlangen.
  4. Solche Aktionen können richtig zusammenschweißen.
  5. Manchmal ist es schön einfach Zeit zu haben, um etwas komplett neues und anderes zu machen.
  6. Schweigen und Stille kann echt toll sein.
  7. Auch Garten- bzw. Grabarbeit kann Spaß machen!

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