Taize

- Gemeinsam

Taizé, eine Woche in Gemeinschaft und Gebet

6 Firmlinge aus unserem Seelsorgebereich haben in der zweiten Woche der Herbstferien zusammen mit vier ihrer Firmkatecheten eine Woche in Taizé verbracht. Dort haben sie mit über tausend anderer Jugendlichen aus vielen Länder Europas (vor allem aus Frankreich) eine bereichende Erfahrung der Gemeinschaft und des Gebetes erlebt. Was sie an Erfahrungen diese Woche gewonnen haben, haben sie in einem Tagesbuch niedergeschrieben und uns alle daran teilnehmen lassen und ermutigen, nächstes Mal mitzufahren.

Viel Spaß beim Lesen!


Anfahrt

Mit der heiligen Messe in St. Konrad ging es los. Alle Teilnehmer der Fahrt waren da und wir konnten im Anschluss zügig die Autos packen und losfahren.

Bis kurz vor Ankunft war die Stimmung prima, wir hatten keine großen Staus. Allerdings hatte es unterwegs schon heftig geregnet und wir hatten oft Nebel.

Ein paar Kilometer vor Taizé kam es dann zu unwetterartigen Regenfällen, am Ort selber ging es mit Gewitter ganz schön an unsere Nerven. Es war dunkel und regnete in Strömen.

Bis wir in unseren Baracken waren, gab es noch einiges an Anmeldeprozeduren mit Essenkarten und Terminplanungen zu organisieren.

Nass, müde aber dennoch zufrieden, dass wir gut angekommen sind und an dem Abendsgebet teilgenommen haben, konnten wir um ca. 23:00 Uhr einschlafen.


Der erste Tag

Heute haben wir den Tag mit einem Morgengebet begonnen, das um 8.15 Uhr losging.

Nachdem wir alle mit dem Beten fertig waren, haben wir uns zum Frühstücken angestellt. Es gab ein Brötchen, eine Butter und zwei Schokoladenstücke, also sehr gewöhnungsbedürftig.

Um 10.00 Uhr haben wir uns in einem Raum zur Bibelbesprechung getroffen, wo wir in Gruppen aus einem Mix von mehr-sprachigen Jugendlichen eingeteilt wurden. Wir bekamen ein Blatt, worauf Fragen standen, die wir in den jeweiligen Gruppen besprechen sollten.

Um 12.20 Uhr folgte das Mittagsgebet und anschließend das Mittagsessen. Nachdem konnte jeder für sich entscheiden, was er oder sie tun möchte bis 16.00 Uhr.

Um diese Uhrzeit trafen wir uns mit verschiedenen Jugendlichen, um den Müll aufzusammeln zu gehen. Es war sehr lustig, weil wir es nicht gewohnt waren, in Schürzen, Regenjacken und stinkenden Handschuhen herumzulaufen. Nachdem jeder einem Ort und einer Gruppe zugeteilt wurde, und alle ihre Arbeit geleistet haben, gab es Tee und Kekse.

Nachdem hatten wir bis 19.00 Uhr Zeit und gingen dann alle zusammen Essen.

Um 20.30 Uhr gingen wir zum Abendsgebet.

Nach dem Abendmesse machten wir uns alle Bettfertig und freuten uns auf den nächst anstehenden Tag.


Unser zweiter Tag in Taizé

Wie auch schon am Tag davor haben wir den Dienstag mit einem Gebet in der Kirche gestartet. Danach aßen wir das typische Taizé-Frühstück mit Brötchen, Butter und Schokolade.

In der Bibelstunde danach hat ein Bruder mit uns eine Bibelstelle besprochen und anschließend haben wir in Kleingruppen interessante Gespräche darüber geführt. Dann war es schon wieder Zeit für das Mittagsgebet. Im Anschluß daran gab es Mittagessen: Bohnen mit Kartoffeln.

In der darauffolgenden Mittagspause sind wir alle verschiedenen Dingen nachgegangen, wie zum Beispiel Einkaufen in der »Exposition«, essen und Freunde treffen im »Oyak« oder ein wenig auszuruhen vor unserer praktischen Arbeit. Diese mussten wir danach erledigen. Die ganze Woche werden wir nachmittags Müll ausleeren und sortieren.

Die Taizé-Mitarbeiter, die uns dabei helfen, sind zwei Frauen, die uns immer motivieren und mit uns "Rubbish Songs" singen. Nach der Arbeit bekamen wir Tee und Kekse.

Eine Weile später sind wir dann zusammen zum Abendgebet gegangen. Im Anschluss daran konnten alle, die möchten, vor dem Kreuz beten.

Alles in allem war der Tag sehr schön!


Wir feiern heute Bergfest, d.h. die Hälfte unserer Zeit hier in Taizé ist rum.

Der Tag beginnt für einige Teilnehmer üblicher Weise um 7:30 Uhr mit der heiligen Messe, allerdings haben wir diesmal die Nachricht verpasst, dass es eine gemeinsame Eucharistie am Abend geben soll. Somit waren einige verschlafene Leute in einer leeren Kirche etwas ratlos und teilweise enttäuscht, dass eine Stunde mehr Schlaf verpasst worden ist.

Nach einem wunderbaren, doch nicht so abwechslungsreichen Frühstück mit Brötchen, schwarzer Schokolade, einem Stück Butter und Kakao trafen wir uns in der Bibelstunde wieder. Interessante Diskussionen über Gott und die Welt machten uns Hoffnung auf ein tolles Mittagessen. Träume von großen Gyros-Tellern machten die Runde. Die Realität war dann Chili-Con-Carne in der Kombination von Reis, Bohnen und Ananas...was für ein grandioser, würziger, Gegensatz!

Am Nachmittag - nach einer Siesta - konnten wir einen Spaziergang im Garten der Stille genießen, der mit dem Rosenkranzgebet vor dem Bildnis Mariens endete. Zum Kaffeetrinken ins Oyak, wo wir von der Arbeitsleiterin über unsere Gruppe auf's Höchste gelobt worden sind: "what an amazing team!!!"

Eine Überraschung haben wir dann am Abend in der Eucharistie erlebt. Die Kirche war brechend voll und es haben sogar drei Bischöfe zelebriert. Unzählige Geistliche haben am Rande teilgenommen, es war die Abschlussmesse vieler französischer Jugendlichen.

Mit einer herrlichen Lichterfeier (wir haben alle Kerzen angezündet) ging dieser Tag glücklich und zufrieden zu Ende.


Deutscher als andere Tage

Es ist 7:30 Uhr. Wir (Zimmer 434) stehen wie jeden anderen Tag der Woche auf, um uns auf das Morgengebet vorzubereiten.

Nach dem Morgengebet gab es zum Essen Brötchen mit Schokolade und Butter, so wie es immer zuvor auch gewesen ist. Wir persönlich finden es relativ appetitlich, jedoch denken viele andere nicht so.

Nach dem Essen hatten wir ca. eine halbe Stunde Zeit, um uns bis zur Bibel Einführung frisch zu machen. Diese war wie immer bei uns sehr spaßig und witzig, weil unsere Partner aus Belgien und Deutschland sehr nette und gesprächige Personen waren. Deshalb haben wir auch die Zeit bis zu letzt ausgenutzt, sodass wir erst kurz vor Beginn der Gebetsstunde die Bibel Einführung beendet haben.

Nach der Gebetsstunde haben wir uns versucht mit aller Ruhe - auch wenn es relativ schwer war, weil alle anderen Gruppen mit gewisser Hektik zu der Schlange gingen - in die Schlange zu stellen.

Nach dem Mittagessen, welches aus matschigen Kuskus bestand, gingen wir in unsere Baracke, da wir relativ viel Zeit bis zur nächsten Aufgabe hatten. Diese Aufgabe war wie immer »Rubbish Collection«.

Nach diesem Job haben wir mit unserer dortigen Gruppe Tee getrunken und Cookies verspeist. Auch diese Gruppe war richtig cool. Vor allem die Belgier, mit denen wir uns am Ende richtig gut verstanden haben.

Direkt danach gab es ein Treffen von Deutschen, die auch nach Taizé gekommen sind.

Danach gab es das Abendgebet und das Abendessen, nachdem wir machen konnten, was wir wollten.


Ich sitze auf der Fensterbank vor meiner Baracke, genieße die friedliche und fröhliche Atmosphäre von Taizé und die langsam untergehende Sonne. Eine Gruppe hat sich mit Gitarre ins Gras gesetzt und singt. Es kommen immer mehr junge Menschen dazu. Eine andere Gruppe hat zuerst eigene Musik gemacht und schließt sich ihnen an. Gerade singen sie "Let it be". Es klingt toll.

Der heutige Tag begann trüb und mit Nieselregen. Das Frühstück war mit einem Brötchen, einem Stück Butter und zwei Stücken Schokolade so überwältigend wie die letzten Tage.

In der Bibelarbeit wurden wir heute gebeten, das komplette Gegenteil zu tun wie bisher: Statt einem regen Austausch über einen Bibeltext war eine Stunde in Stille angesagt. Für die meisten eine neue beeindruckende Erfahrung. Meine Bibelgruppe wählte die Krypta als Ort für diese Aufgabe. Beim Eintreten war es draußen nach wie vor nieselig, kühl und trüb. Alle suchten sich einen ruhigen und bequemen Platz und wurden still. Nach einer Weile verließ eine Frau aus einer anderen Gruppe die Krypta und rief freudig: "The Sun ist shining!" In diesem Moment hatten alle ein Lächeln auf den Lippen. Nach einer - für mich überraschend kurzweiligen - Stunde setzten wir uns in die tatsächlich scheinende Wärme Sonne und teilten einander in der Kleingruppe unsere unterschiedlichen Erfahrungen mit. Manchen gelang es in der Stunde der Stille sich nicht ablenken zu lassen, nicht nachzudenken und sich aufs Gebet zu konzentrieren. Einige konnten in sich hineinspüren, sich auf die Atmung konzentrieren, die Wärme im Körper fühlen und ließen sich nicht von wahrgenommenen Geräuschen stören oder ablenken. Manche dachten an ihre Familie oder Freunde. Und wieder andere waren so entspannt und müde, dass sie eingeschlafen sind. Einige fühlten sich nachher "klar" und "aufgeräumt", wie nach einer inneren Dusche.

Andere Gruppen gingen in Stille spazieren.

In manchen Gruppen wurde die Aufgabe nicht so gut verstanden und die Jugendlichen lasen oder schrieben beispielsweise in der Zeit.

Ich denke, jeder konnte sich etwas aus dem heutigen Kleingruppentreffen mitnehmen. Ich kann nach meiner heutigen Erfahrung nur empfehlen es einmal auszuprobieren.

Zu Mittag gab es nach der vertrauten Gebetszeit eine neue gewagte taizésche Essenskombination, auf die man erst mal kommen muss: Linseneintopf mit einem Brötchen, einem gekochten Ei, zwei Scheiben Käse, Apfelmus und zwei Keksen.

Nach dem Mittagessen haben manche von uns vorne in der Kirche einige der Taizé-Lieder eingeübt. Hilfreich war, dass bei jedem neuen Lied ein Muttersprachler den Text langsam vorgelesen hat, sodass wir die Aussprache lernen konnten. Dann wurde jede Gesangsstimme einzeln eingeübt. Als alle ihren Part sicher konnten, haben wir gemeinsam mehrstimmig gesungen. Das klang wundervoll. Es war gar nicht wichtig, wie gut jemand singen kann. Hier ging es vielmehr um das gemeinsame Singen wirklich schöner Lieder.

Am Nachmittag wartete die gewohnte Arbeit, aber auch Zeit zur Freizeitgestaltung bei sonnigen, milden Wetter auf uns.

Als wir die übliche enorm lange Schlange an der Essensausgabe passiert hatten, konnten wir ein überraschend schmackhaftes Abendessen - bestehend aus Kartoffelpürre, einem Fischstäbchen (Ja! Ein ganzes Fischstäbchen! Kaum zu glauben aber wahr!), Brot, Sahnekäse und einem Apfel - genießen. Anschließend blieb nicht mehr viel Zeit bis zum abendlichen Gebet. Denn weil in Taize freitags das Gebet vor dem Kreuz stattfindet, trafen wir uns früher als sonst, um einen guten Platz vorne in der Kirche zu bekommen. Das hat wunderbar funktioniert. Bei ruhiger Hintergrundmusik warteten wir entspannt auf den Beginn der abendlichen Gebetszeit. Jugendliche erinnerten wie immer mit "Silence"-Schildern daran, die Gespräche einzustellen. Die Besonderheit heute bestand darin, dass wir nach dem Gebet die Möglichleit hatten, die Stirn auf das Kreuz zu legen - welches hierzu in die Mitte gelegt wurde - und alles Leid, das eigene ebenso wie das von Freunden, Familie, aber auch Fremden Jesus übergeben konnten. Eine gute Möglichkeit im stillen Gebet vorzubringen, was uns am und auf dem Herzen liegt.

Mit einem gemütlichen Beisammensein oder einer Verabschiedung der bereits am Samstag abreisenden neugewonnenen Bekannten, Freunden und Bibelgruppenmitglieder ließen wir den Abend ausklingen.


Der letzte Tag

Unglaublich wie schnell die Zeit vergehen kann. Heute war unser letzter Tag in Taizé, da wir morgen direkt nach der Feier der Hl. Messe nach Hause zurückfahren werden. Dass die Tage so schnell vergangen sind, ist ein gutes Zeichen dafür, dass es sich gelohnt hat, die zweite Woche der Herbstferien zu "opfern" um nach Taizé mitzufahren.

Heute war auch ein besonderer Tag, da Matthias seinen Geburtstag gefeiert hat. So einen Geburtstag wird er sicher nicht vergessen.

Der Tag begann wie üblich mit dem Morgengebet in der Versöhnungskirche. Wie wichtig ist doch, den Tag mit dem Gebet zu starten. Man erlebt den Tag ganz anders als sonst.

Sofort nach dem Gebet haben wir unser Brötchen mit Butter und schwarzen Schokolade, begleitet von warmen Kakao, genossen. Nach dem Zähneputzen waren wir alle einsatzbereit für unsere letzte Bibelarbeit. Schade! Der Bruder Jasper hat diese Bibelarbeit sehr toll geleitet, lustig und gleichzeitig sehr tief. Er hat immer wunderbare Impulse zu verschiedenen Abschnitten von ausgewählten Evangelien gegeben. Diesmal hat Katharina das Evangelium auf Deutsch sehr gut vorgelesen. Es war auch das letzte Treffen in den kleinen Gruppen, wo wir uns mit den anderen Leuten aus verschiedenen Nationen über das tägliche Evangelium ausgetauscht haben. Für einige war es ein bisschen traurig, sich von denen zu verabschieden.

Da heute der Geburtstag von Matthias war, haben wir uns nach dem Mittagsgebet entschieden, auf das "leckeres Essen" von Taizé zu verzichten und anstatt dessen sind wir nach Cluny gefahren, um dort Matthias eine Freude zu bereiten, indem wir Hamburger und Pommes gegessen haben. Es war ein wunderbares sonniges Mittagessen, wo Matthias als Geburtstagskind den Segen aussprechen durfte.

Nach den üblichen nachmittäglichen Beschäftigungen, sei es Mühldienst oder Siesta, haben wir uns um 18.00 Uhr zu einer Erfahrungsrunde ins Freie getroffen. Jeder konnte gegenseitig den anderen mitteilen, was einem gefallen oder nicht gefallen hat, aber auch was man gerne von dieser Woche in Taizé nach Wuppertal mitnehmen würde. Allgemein war es für uns alle einen sehr schöne und bereichende Erfahrung, durch das Gebet, das Singen, die Gemeinschaft unserer Gruppe und das Kennenlernen vieler anderer Jugendlichen aus anderen Ländern der Welt. Keiner hatte bereut, hierhin zu kommen. Im Gegenteil: Alle sagten, sie würden gerne noch mal nach Taizé fahren.

Nach dem normalen Abendessen (zum Glück hatten wir keinen großen Hunger nach dem Mittagessen in Cluny) haben wir uns wieder in der großen Kirche für das Abendgebet getroffen. Dieses Gebet wurde mit einer wunderbarer Lichtfeier und ein paar Worten des Bruder Alois (der Prior der Gemeinschaft von Taizé) abgeschlossen. Bruder Alois, Nachfolger des Gründers von Taié und Bruder Roger, bedankten sich für unsere Anwesenheit und wünschten uns ein Auf Wiedersehen.

Dann gab es noch ein bisschen Zeit für ein letztes Beisammensein und Verabschiedung.

Gute Nacht!


The End

Guten Morgen!

Wir konnten länger ausschlafen, da heute Nacht die Uhrzeit umgestellt wurde und kein Morgengebet gefeiert wurde.

Um 08.15 Uhr trafen wir uns, um die Autos zu beladen, nachdem wir unsere Zimmer sauber gemacht hatten. Dann haben wir Frühstück gegessen (diesmal keine Schokolade! Überraschung! Sondern Marmelade!) und unsere Lunchpakete für die Rückfahrt abgeholt.

Um 10.00 Uhr feierten wir die Sonntagsmesse in der Kirche. Die wurde von einem französischen Bischof zelebriert und es waren auch viele Priester dabei. Die Kirche war total voll. Es war eine sehr schöne Messe als Verabschiedung von dieser unvergesslichen Woche. Mit dem Segen Gottes haben wir uns nach der Messe auf den Weg gemacht.

Diesmal war es eine trockene Fahrt und nachdem wir zwei kurze Pausen gemacht hatten, einmal um unsere Lunchpakete zu genießen und dann um Ramona in Düren aussteigen zu lassen, sind wir in Wuppertal gegen 19:30 Uhr angekommen. Dort in Sankt Konrad warteten die Eltern voll Freude auf uns.

Nun haben wir uns voneinander herzlich verabschiedet und sind dann schnell nach Hause abgehauen, da morgen wieder die Schule und die Arbeit beginnt.

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